Verein der Freunde
FREISINGTIPPS
 
AKTUELL

Freie Volontärsstelle
Das Diözesanmuseum Freising hat ab Oktober 2010 eine Volontärsstelle (Kunsthistoriker/in) zu besetzen.

Anfragen bitte unter 08161 / 4879-13, Fr. Dr. Roll

Vorankündigung Ausstellung "Engel. Mittler zwischen Himmel und Erde".
Detaillierte Informationen unter dem Link "Ausstellungen"

Abteilung Kunsttechnik

Mit der großzügigen Unterstützung der Bayerischen Sparkassenstiftung und der Hilfe vieler Leihgeber und ausführenden Künstler hat diese neue Abteilung ihren festen Platz im ersten Stock des Museums gefunden.

„Es ist etwas Geheimes, was hinter den Menschen und Dingen und hinter Rahmen und Farben liegt, und das verbindet alles wieder mit dem Leben.“ Diesen Satz von Ernst Ludwig Kirchner aus dem Jahr 1920 hat das Diözesanmuseum Freising zum Anlass genommen, sich auf die Reise zu diesem Geheimnis hinter den Rahmen und Farben zu machen. Dabei können die Besucher etwas tun, was sonst im Museum absolut verboten ist: eine Tastleiste lädt sie ein, die Geheimnisse des Bilder-Malens auch mit den Händen zu begreifen. 

Nicht nur farbenprächtige Oberflächen sind dort zu bestaunen. Auch die Bearbeitung der Holztafeln wird erklärt, auf denen die Künstler des Mittelalters arbeiteten und die man beim fertig gestellten Gemälde gar nicht mehr zu Gesicht bekommt. In einer Vitrine kann man neben den dazu nötigen Werkzeugen auch einmal die Rückseite eines Tafelgemäldes sehen. Weiter geht es mit dem Grundieren, bei dem man erfühlen kann, wie die Schicht aus Leim und Kreide durch Schleifen mit Schachtelhalm immer feiner wird, bis sie am Ende den idealen Untergrund für Malerei und Vergoldung darstellt.

 

Doch wie schafften es die Künstler, ihre kleinen Vorzeichnungen auf die großen Formate zu übertragen? Und wie kam die Vergoldung auf die Tafel? Mit Hilfe einer Infrarotaufnahme des Weihenstephaner Hochaltars von Jan Polack kann man einem Meister selbst auf die Finger schauen. An Beispielen lässt sich der Unterschied zwischen „echtem“ Blattgold und Zwischgold nachvollziehen – im Mittelalter eine wichtige Feststellung, da der Einsatz von letzterem als Betrug geahndet wurde.

 

Auf einer historischen Palette werden verschiedene Pigmente von Ocker und Zinnober über Azurit bis hin zu Beinschwarz und Bleiweiß in einem wahren Farbenrausch vorgeführt. Lässt der Besucher seine Hand über die Tastleiste wandern, dann kann er auch erfühlen, wie auch nach dem Beimischen von Eitempera unterschiedliche Körnigkeiten erhalten bleiben. In den Vitrinen wird der Blick auf Ausschnitte von Originalgemälden des 16. bis 18. Jahrhunderts gelenkt: So treten die fertig bemalten Oberflächen und das Pigment in Pulverform, das der Besucher wie ein Malergeselle auf einem Stein am Eingang reiben kann, in einen Dialog.

 

Mit der Verwendung von Leinwand statt Holztafeln als Bildträger setzte der Siegeszug von schnell trocknenden Ölen als Bindemittel ein. Auch hier ist der Besucher wieder gefragt: Kann er einen Unterschied zwischen Lein- und Walnussöl riechen?

 

Erklärungen zur Herstellung von Wandmalerei und Stuck schlagen den Bogen zum Freisinger Dom. Eine Rekonstruktion der verschiedenen Schichten bei der Freskomalerei auf frischen Putz dreht das Rad der Zeit zurück und holt den Besucher auf das Gerüst der Brüder Asam. Dort kann er sehen, dass es „kalch, gibbs, eisen, nöglen, thradt, öhl, leimb, khollen und geschier“ sind, die den frei angetragenen oder mit Modeln geformten Stuck zusammenhalten. Wenn er dann seine Hand über ein Stück auf Hochglanz polierten Stuckmarmor streichen lässt und wieder in die ständige Sammlung des Museums oder in den Dom geht, dann ist der Besucher dem Geheimen hinter Rahmen und Farben ein gutes Stück näher gekommen.

 

 

 
UNTERGESCHOSS
ERDGESCHOSS
1. OBERGESCHOSS
2. OBERGESCHOSS
Dombergmuseum Freising
    Die Geschichte des Freisinger Dombergmuseums beginnt im 19. Jahrhundert.

Die Sammlungen zweier kunstbegeisteter Priester, die als Professoren in Freising lehrten, bildeten den Grundstock des Museums. Joachim Sighart überließ 1857 dem Priesterseminar auf dem Freisinger Domberg eine Reihe von qualitätvollen mittelalterlichen Kunstwerken. Angeregt durch das Museé Cluny in Paris entwickelte Sighardt die Idee eines Mittelaltermuseums für Christliche Kunst, das dem Klerus Anschauungsunterricht in Geschichte und Ästhetik geben sollte. Im Jahr 1864 schenkte Heinrich Gotthard dem Museum 27 zum Teil bedeutende Tafelbilder des 15. Jahrhunderts. Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts wuchs die Sammlung auf über 1000 Objekte an. Julius Kardinal Döpfner initiierte deshalb die Errichtung eines für die Öffentlichkeit bestimmten Museums unter der Trägerschaft der Erzdiözese München und Freising.

Im Jahr 1974 konnte im klassizistischen Gebäude des ehemaligen Erzbischöflichen Knabenseminars auf dem Freisinger Domberg das Museum eröffnet werden. Matthias Berger hatte 1870 den imposanten Bau geschaffen. Durch die Eingliederung weiterer Kunstwerke aus Diözesanbesitz, durch Stiftungen, Vermächtnisse und gezielte Ankäufe hat sich heute der Bestand auf ca. 16 000 Werke erhöht. Damit ist das Dombergmuseum Freising eines der größten kirchlichen Museen der Welt. Seine Sammlung umfaßt einen chronologischen Rundgang von der Romanik bis zum Rokoko sowie die Landschaften des Hochstifts Freising im 1. OG, im 2. OG Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts, Münzen und Medaillen, Paramente sowie eine große Abteilung mit religiöser Volkskunst. Im UG sind die Krippen sowie Mischa Kuballs phantastische Raum-Installation untergebracht, im EG der Freisinger Domschatz, das Ikonenkabinett und die Werke der Moderne, dazu die jeweils aktuelle Ausstellung.

Das Museum zeigt u.a. Werke von Erasmus Grasser, Jan Polack, Hans Leinberger, Lucas Cranach, Cosmas Damian Asam, Giandomenico Tiepolo, Heinrich Schönfeldt, Johann Baptist Straub, Ignaz Günther, Alexej Jawlensky oder Rupprecht Geiger.
   
 
  Über das Dombergmuseum
Geschichtliches, die Sammlungen und das Haus im Überblick:


 Das Museum
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